Der jordanische Pastor Samir Esaid spricht über seine Inklusionsschule Vortrag am 22. Juni um 16:00 im JuKi-Haus

Am Samstag, den 22.6., wird der anglikanische, jordanische Pastor Samir Esaid zu Gast in der Michaelisgemeinde sein und um 16.00 Uhr im Juki-Haus einen Vortrag über seine christliche Inklusionsschule in Jordanien halten, einem Land, das fast ausschließlich muslimisch ist und in dem es nur 2% Christen gibt. Das Besondere an dieser Schule ist zum Einen, dass blinde, sehbehinderte und sehende Kinder zusammen unterrichtet werden. Zum Zweiten besuchen neben christlichen Kindern (40%) auch muslimische Kinder (60%) diese christliche Inklusionsschule. Sie sitzen zusammen auf den Schulbänken, können sich über den Glauben unterhalten, sind inzwischen befreundet und werden nicht gegen den anderen Glauben kämpfen. Die Schule ist somit auch eine "Friedensschule für die Zukunft".

Pastor Esaid wurde 2003 von Ramallah nach Irbid in Jordanien versetzt, um dort eine zahlenmäßig kleine anglikanische Gemeinde zu betreuen. Bei seinen Überlegungen, der Stadt Irbid Gutes zu tun, stieß er auf die Berichte der deutschen Christoffel-Blindenmission (CBM), in denen man feststellte, dass in diesem muslimischen Staat keine Förderung für blinde und sehbehinderte Kinder angeboten wurde. So entschloss er sich, sich dieser Aufgabe anzunehmen. Zunächst gründete er einen Inklusions-Kindergarten, der nicht nur sehgeschädigte Kinder aufnehmen sollte, sondern auch sehende.

Nach drei erfolgreichen Jahren, als er die Kinder in die umliegenden Schulen vermitteln wollte, zeigte sich, dass diese Schulen außerstande waren, auch die sehbehinderten Kinder aufzunehmen. So unternahm er den nächsten Schritt und gründete selbst seine Inklusionsschule für blinde, sehbehinderte und sehende Kinder.

Die Eltern müssen die Grundfinanzierung der Schule durch Elternbeiträge selbst leisten. Doch bald merkte Pastor Esaid, dass er für die sehbehinderten Kinder mehr Lehrkräfte anstellen musste und dies durch die Elternbeiträge nicht zu finanzieren war und er auf Spenden angewiesen ist. Über unser Gemeindemitglied Gunter Hell, den er schon vor Jahren kennenlernte, kam es zu der Idee, jährliche Vortragsreisen in Deutschland zu machen und dabei um Spenden zu bitten. Blinde Lehrerinnen, die einst als Kinder im Kindergarten begannen, konnten nun bei ihm angestellt werden und können ihr Leben bestreiten, indem sie selber Geld verdienen.

Pastor Esaid spricht fließend Deutsch. Er wird uns am 22.6. von seiner Schule und seinem Land viel Interessantes berichten und Bilder und Kurzfilme zeigen. Um eine freiwillige Spende für seine Schule wird gebeten.